Wer immer noch der Meinung ist, Mobilfunk sei absolut ungefährlich, dem empfehle ich mal den Blog meines langjährigen Freundes Ulrich Weiner. Dieser Mann ist seit Jahren gezwungen, in Funklöchern zu leben.
Funkstrahlung verändert sein Blutbild, führt zur ‘Geldrollenbildung’. Wird er Funkstrahlen ohne seinen Schutzanzug ausgesetzt, erleidet er zunächst Konzentrationsstörungen, dann migräneartige Kopfschmerzen. Schließlich bricht sein Kreislauf zusammen.
Ein einziger Tag außerhalb seines Funklochs nimmt ihn dermaßen mit, dass er sich einige Tage lang davon erholen und zur Regenierung Infusionen setzen muss. Übertreibt er etwa? Nein, keineswegs. Dazu kenne ich ihn zu lange und zu gut. Er ist per fachärztlichem Gutachten der Universitätsklinik Freiburg als hochgradig elektrosensibel eingestuft.
Ein Einzelfall? Keineswegs. So wie Ulrich Weiner geht es mittlerweile schon viel zu vielen Menschen in Deutschland. Und an leichteren Formen von Elektrosensibilität sollen offiziellen Schätzungen zufolge mittlerweile etwa 5% der deutschen Bevölkerung leiden. Mit steigender Tendenz. Eine Zunahme solcher Fälle ist weltweit zu beobachten.
Sie spüren davon nichts? Auch Ulrich Weiner spürte am Anfang nichts. Dann erzählte er schließlich davon, dass er auf einmal spüren könne, wo der nächste Mobilfunksendemast stünde. Das war im Sommer 1999. Damals empfand er diesen Umstand noch nicht als störend. Wir machten noch Witze, weil er als Mobilfunktechniker in vielen Fällen keine elektronischen Messgeräte mehr verwenden musste um Standorte von Mobilfunkmasten zu finden.
Als dann das Mobilfunk C-Netz mit seinen niedrigeren 450 Mhz Frequenzen abgeschaltet worden war und die D-Netze mit ihren 900 Mhz Frequenzen verstärkt wurden, da hörten wir Ulrich immer öfter über Gesundheitsstörungen berichten. Eplus und Viag Interkom (heute o2) waren damals dabei, ihre 1800 Mhz Netze massiv auszubauen. Auch D1 und D2 verdichteten Ihre Netz-Infrastrukturen mit 1800 Mhz Sendestationen, damit mehr Mobilfunknutzer gleichzeitig telefonieren könnten.
Anfang 2000 erzählte er, dass er jetzt spüren könne, von welchem Netzanbieter ein Funkmast betrieben werde. Wir konnten uns das nicht vorstellen aber eine einfache Überprüfung mit unseren Handys in einem ihm unbekannten Gebiet bestätigten seine Schilderungen. Und immer öfter klagte er nun über Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Auch kam es immer häufiger vor, dass er Verabredungen nicht einhielt und nicht erreichbar war. Keinem nannte er seine Gründe dafür. Erst viel später kamen wir drauf, dass er sich wohl für seine vermeintliche Unzuverlässigkeit auch geschämt haben muss.
Wie schlimm es wirklich um ihn stand, konnte damals noch keiner ahnen. Nicht mal er selbst. Sogar er selbst schien manchmal aufgrund seiner zunehmend deutlicher zum Vorschein kommenden Elektrosensiblität an sich selbst zu zweifeln. Zu Beginn des Jahres 2003 hörte man dann von ihm eine Weile gar nichts mehr. Irgendwie war er wie vom Erdboden verschluckt. Erst später haben wir erfahren, dass er bereits damals begonnen hatte, sich zunehmend mit einem Wohnwagen in Funklöchern aufzuhalten, weil er dort diese Beschwerden nicht verspürte.
Eine 350 km Fahrt von Augsburg in den Landkreis Passau dauerte für Ulrich Weiner dann irgendwann drei Tage. Er konnte solche Fahrten nur in Etappen von Funkloch zu Funkloch absolvieren. Jeweils mit langen Pausen, in denen er sich von der ihn mittlerweile heftig peinigenden Funkstrahlung wieder erholen musste.
Irgendwann im Jahr 2004 hatte er dann begonnen, sich an die Öffentlichkeit zu wenden und auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die vom Mobilfunk ausgehen. Er hatte andere Leidensgenossen gefunden, denen es ähnlich erging wie ihm. Auch mit ersten Wissenschaftlern war er wohl damals ins Gespräch gekommen, die ihm bestätigten, dass diese Strahlung durchaus schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben könne und das eröffnete ihm zumindestens die Erkenntnis, dass er weit davon entfernt war, nur ein Spinner zu sein.
Seine Bemühungen, in einem Funkloch in Erlebach im Raum Mittweida in Sachsen eine alte Mühle zu einem Erholungszentrum für elektrosensible Menschen auszubauen, wurden jäh zerstört, als Mobilfunknetzbetreiber jenes idyllische Tal für ihre Netzinfrastruktur erschlossen. Elektrosensible Menschen werden leider bis zum heutigen Tag von vielen Mitmenschen als Wichtigmacher und Spinner tituliert, die über dieses Thema nur auf sich aufmerksam machen wollen. Deshalb schenkte von den Verantwortlichen in den zuständigen Behörden damals kaum jemand seinem Anliegen Beachtung.
Seitdem musste er hilflos mit ansehen, wie ihm die Funknetzbetreiber ein Funkloch nach dem anderen verstrahlten und ihn damit zum Rückzug zwangen. Aus seinem Freundes und Bekanntenkreis musste er in diesen Jahren Ablehnung und Ausgrenzung hinnehmen. Sogar Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten, zeigen in solchen Fällen eine Neigung, andere mit leichtfertigen Vorurteilen zu diffamieren. Dazu konnten auch wir Beispiele im gemeinsamen Bekanntenkreis von Ulrich Weiner und uns, beobachten.
Seitdem er sich davon überzeugen konnte, dass er an einer sehr ernst zu nehmenden, gesundheitlichen Beeinträchtigung leidet, die ganz einfach durch Funkstrahlen verursacht wird, verwendet er alle Energie, die er aufbringen kann und setzt sich dafür ein, dass strahlungsfreie Lebensräume für elektrosensible Menschen geschaffen werden. Diese Anliegen der Betroffenen werden mittlerweile in immer mehr europäischen Staaten berücksichtigt und anerkannt. In ganz Europa sollen mittlerweile über 4 % der Bevölkerung von Elektrosensibilität betroffen sein.
Nur in Deutschland scheint man immer noch zugunsten der Mobilfunkbranche an einer Verharmlosung des Problems festzuhalten. Vielleicht auch aufgrund der Milliarden, die an Einnahmen aus der Versteigerung von UMTS Frequenzen erzielt wurden. Je mehr Geld im Spiel ist, umso schwerer fällt es wohl allen Menschen, zuzugeben: “Wir haben uns geirrt”.
Hier in diesem Blog beginne ich nun darüber zu berichten, weil aus unserem Bekanntenkreis eine weitere Person die gleichen Symptome verspürt, die Ulrich Weiner bereits im Jahr 2000 registrieren musste. Ärzte im oberfränkischen Naila haben bereits im Frühjahr 2004 eine unabhängige Studie zu gesundheitlichen Problemen der Bevölkerung in der Umgebung von Mobilfunksendemasten erstellt.
Es ist höchste Zeit, aufzuwachen. Für jeden von uns.
Wie geht es Ulrich Weiner heute? Sehen Sie selbst wie es ihm geht, nach nur einem Tag außerhalb seines Funklochs.
Sehen Sie hier auch einen Fernsehbericht vom Bayerischen Rundfunk vom 16.9.2004 zur Naila Studie
Wir, die wir noch keine Symptome von Elektrosensiblität verspüren, sollten Menschen wie Ulrich Weiner durchaus als eine Art Frühwarnsystem begreifen. Auch wenn wir nichts spüren, dann bedeutet das noch lange nicht, dass wir nicht davon betroffen wären.
Lassen wir uns ein Zitat des berühmtesten Arzt in der Antike, Hypokrates von Kós zur Warnung überdenken:
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor.
